Regine Rosenau / Ausbildungsberaterin und Marie / Auszubildende – Handelskammer Hamburg
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Wenn du krank bist und deine Prüfung verschieben musst, zählt vor allem eins: schnell reagieren. Je früher du handelst, desto entspannter läuft alles ab. Wir zeigen dir, worauf es ankommt.
Was ist, wenn ich am Tag der Prüfung krank bin?
Bei Abschlussprüfungen gelten ähnliche Regeln wie bei Klassenarbeiten oder Abi-Prüfungen. Wenn du am Prüfungstag krank bist, solltest du das ernst nehmen und nicht einfach „durchziehen“. Halte dich unbedingt an diese Schritte:
Ausbildungsbetrieb informieren:
Sag deinem Ausbildungsbetrieb so früh wie möglich Bescheid, dass du krank bist und nicht an der Prüfung teilnehmen kannst. So wissen alle direkt, was los ist, und es gibt keine Missverständnisse.
Zum Arzt gehen und Bescheinigung holen:
Geh am selben Tag zum Arzt und lass dich untersuchen. Wichtig: Du brauchst eine ärztliche Bescheinigung, die bestätigt, dass du prüfungsunfähig warst. Ohne dieses Attest wird dein Fehlen nicht anerkannt.
Prüfungsstelle informieren:
Melde dich zusätzlich bei der zuständigen Stelle, also zum Beispiel bei der IHK oder der Handwerkskammer. Reiche dort die ärztliche Bescheinigung ein – am besten so schnell wie möglich. Das ist entscheidend für alles Weitere.
Ersatztermin wahrnehmen:
In der Regel bekommst du einen neuen Prüfungstermin. Dieser liegt oft einige Wochen oder Monate später. Sobald du wieder gesund bist, kannst du die Prüfung ganz normal nachholen. Einen Prüfungsversuch verlierst du dadurch nicht.
Fazit:
Krank am Prüfungstag zu sein ist kein Drama – wenn du richtig reagierst. Schnell informieren, Attest holen, alles sauber melden. Dann bist du auf der sicheren Seite und bekommst deine faire zweite Chance.
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Krankgeschrieben – was darf ich und wo wird’s kritisch?
Krankgeschrieben zu sein heißt nicht, dass du nichts darfst. Es heißt aber auch nicht, dass alles egal ist. Entscheidend ist, wie du dich verhältst, während du krank bist. Hör auf deinen Körper, halte dich an ärztliche Hinweise und mach nichts, was deine Genesung ausbremst. Genau darum geht’s im folgenden Zusatz: Was im Alltag meistens okay ist, wo es kritisch wird und wie du als Azubi auf der sicheren Seite bleibst.
Was eine Krankschreibung wirklich heißt
Eine Krankschreibung bedeutet, dass du arbeitsunfähig bist – also deine Ausbildung gerade nicht ausüben kannst. Mehr nicht. Es ist kein Hausarrest und auch kein generelles Verbot, das Haus zu verlassen. Entscheidend ist immer nur eine Sache: Alles, was du machst, darf deine Genesung nicht behindern.
Was im Alltag meistens okay ist
Viele normale Dinge sind trotz Krankschreibung erlaubt. Ein Spaziergang an der frischen Luft kann helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen. Einkaufen für das Nötigste ist in der Regel kein Problem. Auch ein ruhiges Treffen mit Freunden kann bei leichten Erkrankungen oder mentalem Stress sinnvoll sein. Wichtig ist, dass du dich nicht überforderst und nichts tust, was deiner Krankheit widerspricht.
Wann es kritisch wird
Heikel wird es immer dann, wenn dein Verhalten nicht zu deiner Krankschreibung passt. Wenn dir Bettruhe empfohlen wurde, solltest du dich auch daran halten. Party, Alkohol, durchfeierte Nächte oder anstrengender Sport gelten fast immer als problematisch. Auch lange Shoppingtouren oder Aktivitäten, bei denen man denkt „so krank sieht das aber nicht aus“, können Ärger bringen. Faustregel: Alles, was deine Genesung verzögert oder fragwürdig wirkt, lässt du besser sein.
Reisen während der Krankschreibung
Reisen ist nicht automatisch verboten. Entscheidend ist auch hier, ob es deiner Gesundheit hilft oder schadet. Bei psychischer Belastung kann ein Ortswechsel sinnvoll sein, bei Grippe, Infekten oder Verletzungen eher nicht. Sprich solche Pläne vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Wenn klar ist, dass die Reise deine Genesung nicht gefährdet, bist du deutlich sicherer unterwegs. Offenheit gegenüber dem Ausbildungsbetrieb kann zusätzlich Stress vermeiden.
Krankgeschrieben, aber trotzdem lernen oder arbeiten?
Eine Krankschreibung ist kein Zwangs-Stopp. Wenn du dich fit fühlst, kannst du lernen oder sogar arbeiten. Du musst es aber nicht. Umgekehrt darf dein Betrieb dich auch wieder nach Hause schicken, wenn der Eindruck entsteht, dass du noch nicht richtig gesund bist. Auch hier gilt: Lieber ehrlich kommunizieren als sich krank durchzubeißen.
Fazit für Azubis
Krankgeschrieben zu sein heißt nicht, dass du dich komplett zurückziehen musst. Es heißt aber, dass deine Gesundheit Vorrang hat. Wenn du dich an ärztliche Hinweise hältst und nichts tust, was deine Genesung ausbremst, bist du auf der sicheren Seite – rechtlich und menschlich.
Der Text aus dem Video
Marie:
Was ist eigentlich, wenn ich am Prüfungstag krank bin?
Regine Rosenau:
Dann ist das Wichtigste: Hör auf deinen Körper. Wenn du dich krank fühlst, geh bitte nicht zur Prüfung. Sich irgendwie hinzuschleppen bringt dir nichts. Im schlimmsten Fall läuft die Prüfung richtig schlecht – und das wäre einfach unnötig.
Marie:
Okay, verstanden. Aber brauche ich dann ein ärztliches Attest? Wie weise ich das nach?
Regine Rosenau:
Ja, das ist ganz wichtig. Du brauchst eine ärztliche Bescheinigung, die bestätigt, dass du aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Prüfung teilnehmen konntest. Ohne Attest gilt das Fehlen nicht als entschuldigt, deshalb solltest du dich darum unbedingt kümmern.
Marie:
Und was passiert danach? Ist die Prüfung dann einfach vorbei?
Regine Rosenau:
Nein, keine Sorge. Du kannst die Prüfung zum nächsten möglichen Prüfungstermin nachholen. In der Regel ist das etwa ein halbes Jahr später. Du verlierst dadurch keinen Prüfungsversuch – du bekommst einfach eine neue Chance.
Marie:
Passiert das eigentlich öfter oder bin ich damit eher allein?
Regine Rosenau:
Ganz und gar nicht. Das kommt häufiger vor, als man denkt. Krankheit am Prüfungstag ist kein Ausnahmefall, dafür gibt es klare Regeln. Wichtig ist nur, dass du richtig reagierst und alles sauber nachweist.
Fast Facts
Inhaltsverzeichnis
Links | Info-Tipps
- 👉 „Krankmelden in der Ausbildung – richtig handeln bei Krankheit“
- Ein praktischer Ratgeber dafür, wie du dich als Azubi krankmeldest, wann du Bescheid sagen musst und wie du das Attest korrekt einreichst.
- IHK – Krankheit in der Ausbildung Gut erklärt, was gilt, wenn Azubis krank sind, inklusive Pflichten, Attest und Auswirkungen auf Prüfungen.
- Azubi-Rechte bei Krankheit (ver.di Jugend)Klare Infos aus Azubi-Sicht: Was darf der Betrieb, was nicht?
- Handwerkskammer (HWK) – Krankmeldung & Arbeitsunfähigkeit Besonders relevant für Azubis im Handwerk. Kurz, sachlich, praxisnah.
- Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) – erklärt
