Berufe sehen und verstehen – Vlog

Beim Berufseinstieg tauchen viele Fragen auf – die wichtigsten beantworten wir dir hier.

Brutto und netto, Sozialabgaben, Lohnsteuer und Steuerklasse – dir schwirrt der Kopf vor Behördenchinesisch, dabei willst du einfach nur wissen, wie hoch dein erstes Gehalt ausfällt? Hier erklären wir dir die wichtigsten Grundbegriffe, damit du dich im Steuerdschungel zurechtfindest.

Was ist der Unterschied zwischen brutto und netto?

Keine Sorge, es ist ganz einfach. Der Bruttolohn ist die gesamte Vergütung, die mit deinem Arbeitgeber vereinbart wurde. Dieser Betrag landet aber nicht vollständig bei dir: Vor der Auszahlung ist der Arbeitgeber verpflichtet, diverse Abgaben an verschiedene Stellen zu entrichten. Darunter fallen vor allem die Einkommenssteuer und die Sozialabgaben. Das, was nach diesen Abzügen real auf dein Konto überwiesen wird, ist der Nettolohn.

Was ist die Lohnsteuer?

Lohnsteuer zahlen nur Arbeitnehmer, die in einem sogenannten nicht selbstständigen Beschäftigungsverhältnis stehen. In diesem Fall kümmert sich der Arbeitgeber darum, die Höhe der Abgabe zu berechnen und an die zuständigen Stellen abzuführen. Du musst dich also bei dieser Steuer um nichts kümmern – da sie dir vom Lohn abgezogen wird, dürfte sie dich dennoch interessieren.

Brauche ich eine Lohnsteuerkarte?

Die Lohnsteuerkarte wurde 2010 abgeschafft, bis 2013 allerdings noch Überbrückungsweise weiter verwendet. Seit 2014 ist sie vollständig durch das elektronische ElStAM-Verfahren ersetzt worden. In einigen Unternehmen dauert die Umstellung noch an, weshalb es gelegentlich zu Komplikationen kommen kann. Grundsätzlich gilt: Alle Informationen der alten Lohnsteuerkarte, die von Arbeitgeberseite benötigt werden, können mit der Steuer-Identifikationsnummer und dem Geburtsdatum online abgerufen werden. (Mehr Informationen zum ELStAM-Verfahren findest du auf der offiziellen Webseite.)

Was versteht man unter Sozialabgaben?

Als Sozialabgaben bezeichnet man alle Abgaben, die von deinem Einkommen an Sozialversicherungsträger abgeführt werden. Diese Beiträge werden zur Hälfte von deinem Arbeitgeber und zur Hälfte von dir bezahlt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung, die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung.
Was ist eine Steuer-ID-Nummer?
Seit 2007 bekommt jede Bürgerin und jeder Bürger eine sogenannte Steuer-ID-Nummer zugewiesen, die dann praktischerweise für den Rest des Lebens gültig ist. Das „ID“ steht dabei für „Identifikation“, die Nummer dient also vor allem dazu, sich vor den Steuerbehörden auszuweisen. Dementsprechend muss die Steuernummer bei der Steuererklärung und generell in der Kommunikation mit den Behörden stets angegeben werden. Die Steuernummer muss nicht beantragt werden – sie wird dir beim ersten Kontakt mit der Steuerbehörde automatisch zugeteilt.

Was hat es mit der Steuerklasse auf sich?

Die Steuerklasse legt fest, mit welchem Steuersatz die Lohnsteuer sowie der Solidaritätszuschlag berechnet werden, die du abzuführen hast. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Steuerklassen, die durch verschiedene Lebensverhältnisse definiert sind. Singles und Geschiedene werden beispielsweise in der Steuerklasse 1 besteuert. (Hier eine Übersicht über alle Steuerklassen.)

Wie berechne ich mein Netto-Gehalt?

Nun hast du hoffentlich einen groben Überblick gewonnen, woraus sich der Nettolohn am Ende zusammensetzt. Bleibt die Frage: Wie hoch wird das Gehalt denn nun sein? Um das herauszufinden, gibt es im Internet eine ganze Reihe von Gehaltsrechnern, wie etwa den Brutto-Netto-Rechner der Süddeutschen Zeitung. Wichtig ist, dass der Rechner die aktuellsten Gesetzesregeln und Steuersätze zugrunde legt – sonst wird das Ergebnis verfälscht. Du solltest also darauf achten, auf keine veralteten Webseiten zurückzugreifen, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten.