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Freiwillige Jahre – im Ausland

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Ein Jahr im Ausland rockt! Wenn Du dazu noch etwas gutes tun kannst, wie zum Beispiel bei einem freiwilligen sozialen Jahr, dann erlebst Du wahrscheinlich eine der tollsten Zeiten Deines Lebens. Hier ein paar Tipps, worauf Du bei der Vorbereitung und Bewerbung achten solltest.

Das Wetter wird schlechter, die Blätter fallen mit schöner Regelmäßigkeit und der erste Schnee liegt auch schon wieder. Sprich: Es ist genau der richtige Zeitpunkt, das Thema „Freiwilliges Jahr im Ausland“ unter die Lupe zu nehmen.

Voraussetzungen

Wenn Du während Deines Freiwilligen Jahres ins Ausland willst, dann musst Du um einiges mehr vorbereiten, als Deine Freunde, die hier bleiben. Einer der Hauptgründe: Die Organisation ist aufwändiger. Du musst früh anfangen zu planen, weil die Auslandsplätze begrenzt sind und oft mehr Leute sich bewerben, als letztendlich genommen werden können. Auch solltest Du zusätzlich Geld sparen oder Dich um Stipendien und Spenden kümmern. Du bekommst in der Regel zwar ein Taschengeld (und bis zu einem bestimmten Alter auch Kindergeld), aber Unterkunft und Essen werden nicht immer gestellt, so dass Du für Deinen Lebensunterhalt selbst aufkommen musst. Sprich: Die Unterstützung durch den Anbieter schwankt stark und Du solltest Dich sehr gut informieren, was Du bei welchen Träger und Projekt bekommst. Darüber hinaus willst Du vielleicht vor oder nach Ende Deines Engagements ja auch noch reisen, wenn Du schon mal im Land bist.

Und ganz wichtig: Überlege Dir genau, ob Du die Zeit im Ausland tatsächlich auch aushältst. Ob Du mit die Trennung von Deiner Familie und von Deinen Freunden für diese (zumindest am Anfang) lange Zeit aushalten willst. Ob Du mit dem Heimweh umgehen kannst. Ob Du bereit bist, Dich tatsächlich so auf Dein neues Gastland einzulassen, dass Du Dich nicht die ganze Zeit schlecht fühlst und schlecht gelaunt bist, weil dort andere Sitten und Traditionen herrschen. Ob Du Dir zutraust, ein Jahr in einer anderen Sprache zu leben (ggf. werden von Deinem Träger Sprachkenntnisse in der Landessprache erwartet). Denn womöglich bist Du an Deiner Einsatzstelle die einzige Person aus Deutschland. Das alles – und noch viel mehr – sind Punkte, die Du Dir gut überlegen solltest, ehe Du Deine Bewerbung losschickst. Denn nichts ist enttäuschender, als Dein freiwilliges Jahr vorher abzubrechen. Sowohl für Dich, als auch für Deine Stelle. Denn die hat Dich schließlich eingeplant und braucht Dich! Wenn Du es Dir aber zutraust, dann steht Dir mit fast 100%iger Sicherheit eine der fantastischsten Zeiten bevor, die Du jemals erleben wirst.

Orga-Kram

Was also steht auf dem Plan, wenn Du Dich für einen Auslandseinsatz im Rahmen von FSJ, FÖJ oder auch Zivildienst bewerben willst?

Du musst Dir zu allererst eine Trägerorganisation suchen, die seinen Sitz in Deutschland hat. Dazu gehören zum Beispiel die evangelische oder katholische Kirche, das Deutsche Rote Kreuz, der Internationale Bund, die Arbeiterwohlfahrt oder andere Institutionen. Vergleiche sehr gut, welche Stellen und Projekte dort angeboten werden. Die meisten Angebote kannst Du wunderbar im Internet vergleichen. Dabei solltest Du immer im Kopf haben, dass Du ein Jahr lang in dem Land und bei dem Projekt mitarbeiten wirst. Interesse an beidem sollte also vorhanden sein. Zu wissen, was Du machen und wohin Du gehen willst (oder eben auch nicht), ist besonders wichtig, wenn Dir auf Deine Bewerbung womöglich nicht Dein Wunschprojekt angeboten wird, sondern alternativ ein anderes Projekt, ggf. auch in einem anderen Land.

Die Bewerbung

Deine Bewerbung ist eine ganz normale Bewerbung wie für jede Ausbildungsstelle, jeden Job, jedes Stipendium. Du solltest sie also genauso sorgfältig bearbeiten, wie die anderen Bewerbungen auch. Das bedeutet: keine Rechtschreibfehler, keine grammatikalischen Fehler, keine Fett oder Kaffeeflecken und genau die Unterlagen, die gebraucht/gefordert werden (das steht in der Regel auf der Homepage des jeweiligen Trägers. Falls nicht, dann ruf kurz an und frage nach, was Du zusammenstellen sollst). Mit das wichtigste ist das Motivationsschreiben, mit dem Du erklärst, warum gerade Du die perfekte Person für das Projekt bist. Riesige Arbeitserfahrung hast Du ja noch nicht, also ist es besonders wichtig, dass Du darin die Dinge über Dich erzählst, die Dein Engagement begründen und belegen, welche Erfahrungen Du bereits gemacht hast.

Auch gute Referenzen sind immer ein Vorteil. Falls Du Dich zum Beispiel schon engagierst, z.B. in einer Jugendgruppe, einer Umweltgruppe, bei der Freiwilligen Feuerwehr, etc., dann schreib es auf und lass es Dir von einem Verantwortlichen auch schriftlich geben. Gerne in Form eines kurzen Gutachtens. Für die Träger zeigt Dein vorheriges Engagement schließlich, dass Dein Wunsch auf ein Freiwilliges Jahr kein Schnellschuss ist, den Du vielleicht nur planst, weil Du gerade darüber etwas im Fernsehen gesehen hast – oder Deine beste Freundin gesagt hat, dass sie so was machen will.

Bewirb Dich am besten auch nicht nur bei einer Stelle. So erhöhst Du Deine Chancen, auch wirklich einen Platz zu bekommen, den Du willst. Der Fairness halber: Sobald eine Stelle angenommen hast, sag den anderen ab, falls Du noch nichts von ihnen gehört hast. Das erleichtert dem Träger die Arbeit und er kann gleich jemand andere suchen, der zu ihm passt.

Wenn Du die Bewerbungsphase durchlaufen und eine Stelle für „Dein“ Projekt bekommen hast, dann geht es in die heiße Phase. Ehe es Koffer packen heißt, nimmst Du zur Vorbereitung in der Regel mindestens 5 Wochen lang an Seminaren teil, die in Deutschland stattfinden.


FÖJ Freiwilliges Ökologisches Jahr

Beitragsbild: Sanja Gjenero/sxc.hu