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Das Hobby Musik zum Beruf machen Keine Kommentare

5 Porträts kaufmännischer Ausbildungsmöglichkeiten in der Musik- und Medienbranche.

Zugegeben: Nicht jeder ist in gleichem Maße von der Muse Musik geküsst und hat das Talent für eine Profi-Musikerkarriere – sei es als Mitglied in einem Berufsorchesterensemble, als freischaffender Künstler oder gar als Kompositeur am Dirigentenpult.
So schielen viele zu Beginn ihres Berufslebens nach Alternativen und Kompromissen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und den gewünschte Karriereweg einzuschlagen: Warum nicht also Angenehmes mit Nützlichem verbinden und nach kaufmännischen Berufszielen Ausschau halten, die in engerem oder weitestem Sinn doch mit Musik bzw. musikalischen Inhalten zu tun haben? Der folgende Bericht skizziert einige Optionen in geraffter Form.

Tipp 1: Der Kaufmännische/r Assistent/in bzw. Wirtschaftsassistent/in mit Schwerpunkt Musik

Wer sich vorstellen kann, später mal in einem Musikverlag oder einem Musik- (Theater-)Veranstalter zu arbeiten, der ist im Ausbildungsgang Kaufmännische/r Assistent/in bzw. Wirtschaftsassistent/in mit dem Schwerpunkt Musik bestens aufgehoben. Die zweijährige schulische Ausbildung ist landesrechtlich geregelt. Träger sind Berufskollegs, deren konkrete Ausgestaltung Ländersache ist und von Bundesland zu Bundesland variiert. Berufskollegs können wie in Baden-Württemberg als berufliche Bildungseinrichtungen organisiert sein, die einen mittleren Bildungsabschluss voraussetzen. Sie führen zwischen einem und drei Jahren zu einer beruflichen Erstqualifikation und können bei mindestens zweijähriger Dauer mit Zusatzunterricht auch zur Fachhochschulreife führen.

Zu den Lehrinhalten gehören unter anderem:

  • Organisation von Veranstaltungen
  • Kaufmännisches Rüstzeug
  • Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse
  • Arbeitsabläufe im Büroalltag.

Interessenten sollten über ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten verfügen sowie kontaktfreudig sein und auf Leute zugehen können. Da der Auszubildende auch Kontakte zu Künstlern, Zulieferern oder Kunden aus dem Ausland pflegen wird, sollte der Bewerber über ausreichende Englisch-Kenntnisse verfügen.

Belohnt wird der Absolvent und frischgebackene kaufmännische Assistent im Musikbusiness mit einem facettenreichen, bisweilen spannenden Berufsbild, das ein enges Zusammenarbeiten mit Musikproduzenten ebenso einschließen kann, wie das Begleiten von Künstlern bzw. Ensembles auf ihren Tourneen.

Darüber hinaus kann:

auf den kaufmännischen bzw. Musikwirtschafts-Assistenten warten.

Mit einem Grundrüstzeug an betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Kenntnissen sowie einer Vertrautheit mit kaufmännischen Alltagsaufgaben, die in einem Büro routinemäßig anfallen, sind die beruflichen Perspektiven vielfältig und eröffnen eine vielversprechende berufliche Perspektive.

Tipp 2: Der Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau mit Schwerpunkt Musik

Eines ist sicher: Vorkenntnisse in einem oder mehreren Instrumenten sind ein Glücksfall für diejenigen, die sich dafür entscheiden, in einem Musikhaus vorstellig zu werden, das über entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten verfügt.

Ausbildungsvoraussetzung sind in der Regel Abitur, Realschulabschluss oder eine vergleichbare Ausbildung.

Die Ausbildungsgänge dauern in der Regel zwei bis drei Jahre, mit einem Mix aus wöchentlichem Berufsschulunterricht und Praxisausbildung in einem Musikbetrieb.

Bewerber sollten Spaß am Organisieren haben, über kommunikatives Talent verfügen und auch nicht vor dem ein oder anderen grauen Arbeitstag im Büro oder der Agentur zurückschrecken.

Belohnt wird der Absolvent mit einem spannenden Portfolio an möglichen künftigen Aufgaben:

  • Planung, Organisation und Durchführung von Musikmessen und Konzertevents
  • Kreatives Erstellen von Produktkatalogen und Werbeartikeln

Weitere Einsatzbereiche können in der:

  • Logistik
  • Buchhaltung
  • Kundenabteilung
  • auf den Groß- und Außenhandelskaufmann warten.

Besonders spannend wird’s, wenn es heißt, Künstler bei ihren Konzerten zu begleiten oder die Künstlergehälter zu managen.

In Musikhäusern liegt der Fokus auf fachlichem Know-how rund um Musikinstrumente und -equipment.

Für eine erfolgreiche Bewerbung sollte der Kandidat über Grundkenntnisse im Anwenden von Computerprogrammen wie Word, Excel, Power-Point und Outlook verfügen. Auch Englisch in Wort und Schrift sind üblicherweise von Arbeitgebern erwünscht. Spaß am Planen und Organisieren und eine gehörige Portion Kommunikationsgeschick runden das Anforderungsprofil ab.

Einen Überblick über die späteren Verdienstaussichten von Groß- und Außenhandelskaufleuten in der Musikbranche legt offen, dass das Gehaltsniveau deutlich vom jeweiligen Bundesland abhängig ist und ein deutliches West-Ost-Gefälle kennzeichnet. Strukturschwächere Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern starten mit einem Durchschnittswert von rund 1.800 Euro brutto, in Bayern und Baden-Württemberg können Fachleute rund 2.500 Euro und mehr verdienen.

Tipp 3: Handeln mit Musik – Vom Berufsbild Musikfachhändler/-händlerin 

Im Musikbusiness führt der Weg zum Beruf generell über eine Ausbildung (z. B. am Berufskolleg), ein Studium (Musikstudium, Betriebswirtschaftliches Studium, Studium von Kultur- und Medienmanagement), oder eine spezielle Weiterbildung (Fachwirt/in Musik). Jedoch ist immer auch ein Quereinstieg im kaufmännischen Bereich möglich. Das ist auch im Falle des Musikfachhändlers nicht anders. Die mittlere Reife sollte der Interessent jedoch schon mindestens mitbringen, um sich für einen entsprechenden Ausbildungsplatz zu bewerben. Der Beruf des Musikfachhändlers/ der Musikfachhändlerin ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz.

Im Rahmen einer regulären dreijährigen Ausbildungsdauer erwirbt der angehende Händler umfassende Kenntnisse in:

  • Beratung, Verkauf und Service
  • Marketing und Vertrieb
  • Einkauf und Warenwirtschaft
  • Art, Beschaffung und Vertrieb von Musikinstrumenten, Musikalien und Tonträger
  • Struktur und Organisation von Musikbetrieben
  • Personalwirtschaft und Arbeitsorganisation
  • Informations- und Kommunikationssystemen

Die musikspezifischen Inhalte sind dabei auf das zweite Ausbildungsjahr beschränkt. Das duale Ausbildungsprinzip sieht einen Mix aus Ausbildung im Lehrbetrieb und den Besuch einer Berufsschule vor. In der dreijährigen Regelausbildungsdauer sind – wie im Falle einer Ausbildung an der Staatlichen Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau Mittenwald – 32 Wochen schulische Ausbildung, teilweise in Blockform, enthalten.

Zum geforderten Anforderungsprofil gehören neben dem Beherrschen eines Instrumentes eine hohe Sozialkompetenz – Stichwort Kontaktfreudigkeit – sowie Redegewandtheit und ein gewisses Verkaufstalent. Die Abschlussprüfungen erfolgen vor der Industrie- und Handelskammer.

Mögliche Einsatzgebiete sind:

  • Musikfachhandlungen im Einzel-, Versand- oder Großhandel
  • Musikabteilungen von Warenhäusern und
  • Musikfachmärkte.

Spätere Aufgaben umfassen die fachkundige Beratung, eine sachgerechte Produktpräsentation, das Vorspielen eines Instrumentes vor Kunden, Wareneingangs- und ausgangs-Kontrolle sowie das Erledigen kaufmännischer und organisatorischer Routineaufgaben.

Hier hat auch YouUbe etwas interessantes zubieten.

Tipp 4: Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien/Schwerpunkt Musik 

Wer nicht nur Interesse an Musik, sondern auch viel für Film, Theater und Radio übrig hat, kann sich als angehender Medienexperte für das duale Ausbildungssystem entscheiden, welches das theoretische Handwerk in einer praxisbegleitenden Berufsschule vermittelt – ergänzt und kombiniert mit dem berufspraktischen Teil im Ausbildungsbetrieb vor Ort.

Als persönliche Eigenschaften sind:

  • Organisationsgeschick
  • Redegewandtheit und
  • Durchsetzungsvermögen

gefragt.

Und: Neben einem ausgeprägten Medieninteresse sollte der Kandidat besonders über ein gewisses Talent in Mathe, Wirtschaft, Englisch und Deutsch verfügen.

Zum Aufgabenprofil gehören schwerpunktmäßig das Planen, Kalkulieren und Organisieren von Personal, Material sowie der Ausrüstung für Medienproduktionen im Hörfunk und Fernsehen.

Wie der WDR weiter über die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung ausführt – die im Übrigen auch von der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt selbst angeboten wird – sollte der Bewerber schon einen Abschluss der Höheren Handelsschule oder Abitur mit mindestens befriedigenden Noten in Mathematik und Deutsch mitbringen. Eine Portion Organisationsgeschick wie auch fundiertes Interesse an den Inhalten der Rundfunkprogramme und deren Herstellung gehören einem obligatorischen Anforderungskatalog.

Die Abschlussprüfung nach einer dreijährigen Ausbildungszeit wird vor der Industrie- und Handelskammer abgelegt. Die Ausbildung findet vor Ort in den einzelnen WDR-Abteilungen wie auch auf dem WDR-Produktionsgelände in Köln-Bocklemünd statt.

Stellvertretend für viele Rundfunk- und Medienanstalten listet der WDR einige didaktische Kerninhalte auf, die den Probanden künftig befähigen sollen, sich im Spannungsfeld zwischen kaufmännischen und medialen Anforderungen sicher und kompetent bewegen zu können:

  • Einholen von Drehgenehmigungen
  • Klären von Lizenzfragen
  • Beschaffung der benötigten Aufnahmetechnik
  • Vor- und Nachkalkulationen.

Tipp 5: Veranstaltungskaufmann/-frau

Die duale Ausbildung in Industrie und Handel dauert drei Jahre und setzt rechtlich keinen bestimmten Bildungsabschluss voraus. Lernorte sind der jeweilige Ausbildungsbetrieb und eine berufsbegleitende schulische Einrichtung.

Darüber hinaus sollte der Betreffende:

  • Kommunikations- und Kontaktfreudigkeit
  • Organisations- und Verhandlungsgeschick
  • eine serviceorientierte Einstellung (Stichwort „Der Kunde ist König“)

von Haus aus mitbringen.

Hinreichende Sprachkenntnisse (Deutsch, Englisch) in Wort und Schrift sollten ebenso zum Fähigkeitsportfolio gehören wie ein grundlegendes Interesse und Verständnis an mathematischen Sachverhalten. Letzteres ist insbesondere bei Kostenkontrolle und Abrechnungen unabdingbar. Gerade im Rahmen internationaler Veranstaltungen sind ausreichende Englischkenntnisse gefragt, eine Expertise in Deutsch kann maßgeblich bei der Erstellung von Angeboten und im Kunden-Schriftverkehr von Vorteil sein.

Zu den Kernkompetenzen eines Veranstaltungskaufmanns gehören:

  • die Planung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen (Konzerte, Kongresse, Messen, Ausstellungen etc.)
  • die Erstellung einer Kostenkalkulation und eines entsprechenden Leistungsangebots
  • die Erstellung und Umsetzung von Ablauf- und Regieplänen
  • das Ausfertigen von Marktanalysen
  • Kundenakquise und -beratung/-betreuung
  • das Erstellen von Abrechnungen

Außerdem ist der Veranstaltungskaufmann/frau mit der Nachbereitung eines Events befasst, die Maßnahmen zur Auswertung und Erfolgskontrolle miteinschließt.

Mögliche Tätigkeitsorte können Büros, Messen, Konzerträumlichkeiten, Theater aber auch Rundfunk- und Sendeanstalten sein. Entsprechend finden sich unter den künftigen Arbeitgebern:

  • Konzertveranstalter
  • Künstleragentur
  • Marketing – und Eventagenturen
  • Stadt- und Regionalverbände
  • Veranstaltungsbüros von Städten, Verbänden und Kommunen.

Im ersten Ausbildungsjahr sind Durchschnittsgehälter zwischen 750 bis 850 Euro brutto branchenüblich, im zweiten Jahr erhöht sich das Gehalt auf circa 800 bis 900 Euro brutto. Im letzten Ausbildungsjahr erhält der angehende Veranstaltungskaufmann/frau dann einen Verdienst von circa 850 bis 950 Euro brutto. Das Monatsbruttogehalt als ausgelernte Fachkraft beträgt laut Angaben von steuerklasse.com im Bundesdurchschnitt circa 2.350 Euro.

Abbildung: fotolia©TASPP (#92424029)