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Azubi-Etikette | Wie verhalte ich mich in der Ausbildung richtig?

Schule und Ausbildung liegen meist nur ein paar Wochen auseinander. Es sind jedoch unterschiedliche Welten. Und in der Ausbildung sind die Umgangsformen oft um einiges strenger. Hier sind die wichtigsten Verhaltensregeln für einen guten Start in die Arbeitswelt.

Deine Ausbildung hat gerade angefangen und Du fühlst Dich in manchen Situationen noch ein wenig unsicher, wie Du Dich verhalten oder was Du anziehen sollst? Unser azubot-Azubi-Mini-Knigge hilft Dir weiter. Denn so schwer ist es gar nicht, wenn Du ein paar Grundregeln im Kopf hast. Und alles andere kannst Du lernen.

Es gibt einige Eigenschaften, die in der Arbeitswelt überlebenswichtig sind. Dazu gehören Pünktlichkeit, Disziplin, Freundlichkeit und Sauberkeit. Klingt schrecklich? Ist es aber gar nicht. Denn in vielen Situationen wendest Du genau diese Eigenschaften sowieso an. Ob nun beruflich oder privat.

Pünktlichkeit. Muss sein, auch wenn’s am Anfang vielleicht schwer fällt, morgens regelmäßig aus dem Bett zu kommen. Aber zum einen: Jeder arbeitet am Tag nur so und so viele Stunden und die Arbeit muss nun mal erledigt werden. Und zum anderen: Jeder hat Termine, die er einhalten muss oder bei denen er sich mit seinen Kollegen/Kunden bespricht. All diese Kollegen und Kunden haben wiederum noch weitere Termine. Sich an zeitliche Absprachen zu halten ist deswegen nicht nur ein Zeichen von Höflichkeit und Respekt dem anderen gegenüber. Es ist ebenfalls eine Notwendigkeit, um den Tagesablauf der einzelnen Kollegen/Kunden am Laufen zu halten.

Disziplin.Klingt nach Drill. Ist es aber eigentlich gar nicht. Disziplin ist lediglich eine Notwendigkeit, die sagt: „Leider kannst Du nicht NUR machen, worauf Du Lust hast. Es gibt auch Dinge, die erledigt werden müssen, obwohl Du keinen Bock darauf hast.“ Das können Aufträge sein, die Du immer vor Dir her schiebst – oder Sachen, die Dein Chef Dir aufträgt. Und diese Dinge GUT zu erledigen – obwohl Du keine Lust darauf hast – das ist Disziplin.

Freundlichkeit. Es gibt x Sprichwörter, die sich mit dem Thema Tonfall und Freundlichkeit beschäftigen. „Der Ton macht die Musik“ oder „Wie’s in den Wald schallt, so schallt’s wieder heraus“ sind nur zwei von ihnen. Sie sagen: Wenn Du freundlich zu anderen bist, dann sind es andere auch zu Dir. Und im Betrieb, im Büro oder Unternehmen, ist ein freundlicher Umgangston wichtig, weil die Arbeit dann besser läuft und die Kollegen ausgeglichener und besser gelaunt sind. Aber nicht nur Deine Kollegen, sondern insbesondere auch die Kunden erwarten, dass Du freundlich zu Ihnen bist (sie haben Dir schließlich nichts getan). Falls Du also mal nicht so prickelnd drauf bist: Beiß während der Arbeit die Zähne zusammen. Um die schlechte Laune später dann abzubauen, mach Sport oder geh‘ mit Deinen Kumpels/Mädels ins Kino oder zum Shoppen …  danach sieht die Welt gleich besser aus.

Ansprache. Den Chef morgens mit „Ey Diggah“ begrüßen? Lieber nicht. Dutzen geht nur, wenn Dein Chef Dir das „Du“ auch angeboten hat. Ansonsten gibt es eine Hierarchie-Folge, die in der Regel eingehalten wird. Der Jüngere grüßt zuerst. Aber der Ältere/höher Gestellte bietet zuerst den Händedruck an. Wenn Kunden im Spiel sind, ist es noch einmal anders. Der Kunde ist nämlich König. Sprich: Im würde auch der Geschäftsführer vorgestellt werden, und nicht umgekehrt.

Wortwahl. Jede Branche hat einen eigenen Jargon, also eine eigenen Art Sprache/Tonfall. Wenn Du kreativ arbeitest, dann herrscht z.B. meist ein lockererer Ton, als bei einer Versicherung. Das bedeutet aber nicht, dass deswegen die allgemeinen Regeln zu Freundlichkeit oder Tonfall nicht mehr gelten. Sei deswegen am Anfang Deiner Ausbildung am besten etwas vorsichtiger, was Du wie etwas sagst – nicht dass Deine Kollegen es in den falschen Hals bekommen, obwohl Du es gar nicht so gemeint hast. Innerhalb kurzer Zeit wirst Du ein Gefühl dafür bekommen, was akzeptabel ist – und was nicht.

Sauberkeit. Montagmorgens im Rechtsanwaltsbüro mit den verranzten Klamotten vom Festival am Wochenende in die Woche starten, das kommt nicht so gut. Als Friseurin mit fettigen, zotteligen Haaren oder Dreads arbeiten wollen. Passt auch nicht. Oder beim Zahnarzt arbeiten, sich aber nicht die Zähne putzen und Mundgeruch haben… Schlechte Idee. Das Grundrezept lautet entsprechend: Morgens duschen und dem Job gemäß fertig machen und stylen. Dann passt’s.

Dresscode.Was die Klamotten angeht: Schau zu allererst am besten, wie sich die Kollegen anziehen und verhalten, die schon länger bei Deinem Unternehmen arbeiten. Dann kriegst Du einen gute Idee davon, was als akzeptabel angesehen wird und was nicht. In der Bank mit einem kurzen Röckchen und durchsichtiger Bluse oder einer Jeans in den Kniekehlen rumzulaufen wäre z.B. genauso unpassend, wie sich bei einer Pflege-Ausbildung 3 Zentimeter lange Fingernägel anzukleben. Piercings sind in manchen Berufen unpassend und sollten u. U.  rausgenommen werden. Und bauchfrei geht nur bei den Bademeistern, die gerade im Einsatz sind. Prinzipiell gilt deswegen: Lieber erst einmal etwas konservativer als zu flippig bis Du das richtige Styling gefunden hast. Und im Zweifelsfall einfach Ausbilder oder Kollegen fragen.

Lärmbelästigung. Insbesondere wenn Du in einem Großraumbüro arbeitest: Denk‘ an Deine Kollegen und stell‘ Dein Handy auf lautlos. Würden alle ihre Handys ständig mit nervenden Klingeltönen bimmeln lassen, wäre der Großteil des Büros bald total genervt. Privat telefonieren ist außer in Notfällen sowieso tabu. Also reicht es, wenn Du nach der Arbeit schaust, wer Dich angerufen hat und dann zurück rufst.

Wenn Du Dich auch nach einer Weile noch unsicher fühlst oder Dein Chef sagt, dass Du Dein Verhalten ändern sollst: Es gibt Tonnen verschiedener Benimm-/Knigge-/Etikette-Kurse für Azubis, z. B. bei den IHKs und HWKs. Manche der Kurse sind richtige Seminare, die bis zu eine Woche lang dauern. Wenn Du willst kannst Du Dich aber auch erst einmal mit Online-Kursen (z.B. auf der Seite der Arbeitsagentur) informieren.


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